Hund bringt Welpen zur Welt – als die Tierärztin sie sieht, sagt sie: „Das sind keine Welpen!“

Ava fror vor Schlamm an ihren Stiefeln, und der Regen tropfte von den Ästen über ihr. Das Knurren ertönte erneut, schwach, aber unüberhörbar. Luna ließ sich auf den Boden sinken, den Bauch an das nasse Gras gepresst, und wimmerte, als wollte sie antworten, ohne das zu erschrecken, was da drinnen wartete. Dr. Maren hockte sich in der Nähe des Kanaleingangs hin und leuchtete mit ihrer Taschenlampe hinein. Mehrere Sekunden lang rührte sich niemand.

Dann sah Ava die Augen. Sie blitzten bernsteinfarben im Lichtkegel auf, halb verborgen hinter einem Gewirr von Blättern und Wurzeln. Ein Fuchs lag zusammengekauert an der hinteren Biegung des Rohrs, durchnässt und zitternd. Ein Hinterbein war in einem unnatürlichen Winkel gestreckt, verfangen in etwas Dunklem unter dem Schlamm. Eine Schlinge. Ava hielt sich vor Schreck den Mund zu. Der Fuchs schnappte schwach zu, als die Taschenlampe näher kam, aber sie hatte nicht die Kraft, aufzustehen. Neben ihr, fast versteckt im Laub, zappelte ein fünftes Kätzchen und stieß den dünnen Schrei aus, den sie auf dem Feld gehört hatten.

Die Stimme von Dr. Maren wurde fest. „Wir brauchen den Tierschutzbeauftragten. Sofort.“ Rief Ava, während Luna flach im Gras liegen blieb und vor Erschöpfung zitterte. Der Hund bellte nicht. Sie näherte sich nicht. Sie beobachtete die gefangene Mutter einfach mit einer seltsamen, gleichmäßigen Geduld. Und Ava verstand endlich. Während des Sturms hatte Luna eine sterbende Familie gefunden. Kurz bevor sie ihre eigenen Welpen zur Welt brachte, hatte sie die Jungen, die sie erreichen konnte, weggetragen.