Zuerst dachte Ava, die zweite Schlinge hätte einen weiteren Fuchs gefangen. Dann verschob sich der Strahl der Taschenlampe, und sie sah graubraunes Fell, ein schmales Gesicht und erschrockene Augen. Noch ein Jungtier. Es war extrem dünn und rang nach Luft, sein Vorderbein war im Draht eingeklemmt. Es war vor Angst und Erschöpfung stumm geworden. Es muss die ganze Zeit dort gelegen haben, versteckt in den Brombeersträuchern, während sie sich auf den Fuchs konzentrierten.
Colin fluchte leise vor sich hin. „Die ganze Strecke muss geräumt werden.“ Die Rettung wurde langsamer und gefährlicher. Das Kätzchen atmete noch, und Colin musste vorsichtig eine Fangstange umschlingen. Ava trat zurück und hielt Lunas Leine mit beiden Händen fest.
Luna wieherte einmal, dann sank sie zu Boden. Eine Schrecksekunde lang dachte Ava, sie hätte sie verloren. Aber Luna war nur erschöpft, ihr Körper hatte nach der Geburt, dem Regen und der unmöglichen Aufgabe, die sie allein übernommen hatte, endlich nachgegeben. Der Fuchs und das fünfte Kätzchen wurden für die Notversorgung verladen. Colin sammelte die Fallen in einer versiegelten Tüte ein. Er blickte zu den nahe gelegenen Feldern. „Jemand hat sie absichtlich gelegt“, sagte er. Ava sah zu Luna, die im Schlamm lag, aber immer noch die Träger beobachtete.