Einen Moment lang bewegte sich niemand. Der Raum, in dem Milo verschwunden war, schien unendlich still zu sein, als ob die Welt selbst nicht mitbekommen hätte, was gerade passiert war. Dann kam der erste Schrei. Hoch. Scharf. Gewiss. „Er ist gefallen!“ „Wo ist er hin?!“ Arjun wartete nicht. Er war bereits in Bewegung, drängte sich durch die Menge, vorbei an ausgestreckten Händen und verwirrten Gesichtern.
Sein Herz klopfte zu schnell, zu laut und übertönte alles andere. Er wusste es. Noch bevor er die Kante erreichte, wusste er es. Es gab nur einen Ort jenseits dieses Geländers. Nur einen. „Bewegung!“, rief er und drängte sich nach vorne. Die Leute stolperten zur Seite, einige wichen bereits zurück, als die Erkenntnis sich ausbreitete.
Arjun erreichte die Barriere und blieb stehen. Das Gehege erstreckte sich unter ihm. Weit. Offen. Unbarmherzig. Das Löwengehege. Am Fuße eines Baumes bewegte sich etwas Kleines. Milo. Lebendig. Aber nicht allein.
Auf der anderen Seite der Lichtung hatte die Löwin ihn bereits gesehen. Und sie war in Bewegung.