Renata drehte sich auf dem Absatz um und stürmte aus der Küche, womit sie das Gespräch abrupt beendete. David folgte ihr nicht sofort. Er stand allein am Spülbecken, ihre scharfen Worte hallten in seinem Kopf wider, und er fragte sich, ob ihn sein eigenes Ausspionieren mehr aufregte oder die Leichtigkeit, mit der sie seine Frage abgewehrt hatte.
Schließlich ging er nach oben, um sie zu suchen, blieb aber abrupt in der Tür zum Badezimmer stehen. Auf dem Marmorwaschtisch, halb hinter ihren täglichen Vitaminen versteckt, stand eine kleine, unverkennbare Schachtel mit Schwangerschaftsvitaminen. Er nahm sie in die Hand und stellte fest, dass mehrere Tabletten fehlten. „Oh mein Gott“, flüsterte er und rechnete verzweifelt im Kopf nach.
Er berechnete, wie lange sie sie schon einnahm, und erkannte, dass sie ein gewaltiges Geheimnis hütete. Er hörte ihre leisen Schritte von hinten näherkommen. Lange Zeit, in einer angespannten Stille, sprach keiner von beiden. Er drehte sich mit der Schachtel in der Hand um, und sie beobachtete sein Gesicht aufmerksam, gespannt darauf, wie er reagieren würde.