Von ihrer Ausbildung her war sie Meeresakustikerin, jemand, der beruflich dem Wasser lauschte. Sie hatte vier Jahre damit verbracht, die Wanderkorridore von Walen auf den Azoren zu kartieren, und weitere zwei Jahre damit, die Geräusche von Tiefseequellen vor Japan zu katalogisieren. In ihrem Fachgebiet war sie dafür bekannt, an Orte vorzudringen, die andere Forscher auf Karten einkreisten und mit vorsichtigen Fußnoten versahen.
Ihre Karriere basierte darauf, Betrug aufzudecken. Sie hatte eine berühmte Seeschlange im Pazifik als bloße, bisher nicht dokumentierte Art eines Riesen-Riemenfisches entlarvt. Sie zerstörte Mythen nicht aus Boshaftigkeit; sie tat es aus einer leidenschaftlichen Hingabe an die Wahrheit.
Sie war vierunddreißig. Sie hatte eine Wohnung in Edinburgh, in der sie selten schlief, einen Bruder, der jeden Sonntag anrief, und die Angewohnheit, im Stehen zu Mittag zu essen, weil Sitzen sich wie eine Verschwendung von Schwung anfühlte. Sie war, wie sie stets sorgfältig zu erklären pflegte, keine Monsterjägerin. Sie war eine Wissenschaftlerin, die Anomalien ernst nahm.