Das schleichende Grauen begann sie in den nächsten Tagen aufzufressen. Sie konnte nicht essen, sie konnte nicht malen und sie konnte ihm nicht in die Augen sehen, ohne eine Welle der Übelkeit zu spüren. Sie wusste, dass sie nicht mehr im Schatten seiner Lügen leben konnte. Sie begann, seinen Terminkalender zu überwachen und wartete auf den Moment, in dem er einen Fehler machen und ihr eine Spur legen würde.
Die Gelegenheit bot sich am folgenden Donnerstag, als Tom das Haus in einem scharfen, maßgeschneiderten Anzug verließ – eine Kleidung, die er normalerweise nur für hochrangige Firmensitzungen oder formelle Veranstaltungen trug. Er behauptete beiläufig, er habe ein ganztägiges, außerbetriebliches Firmenseminar, das formelle Kleidung erfordere. Clara nickte stumm und verbarg den Sturm, der sich in ihr zusammenbraute. Aber in dem Moment, als sein Geländewagen aus der Einfahrt fuhr, schlüpfte sie in ihr eigenes Fahrzeug.
Sie folgte seinem Wagen in sicherem Abstand, wobei ihr Herz bei jeder Kurve heftig gegen ihre Rippen hämmerte. Sie verfolgte ihn bis in die Altstadt und beobachtete, wie er seinen Büroturm ganz umging und in der Nähe eines gehobenen, abgelegenen Cafés parkte, das für seine privaten Kabinen und seine wohlhabende Kundschaft bekannt war.