Clara parkte einen Häuserblock weiter, ihre Hände klebten schweißnass am Lenkrad. Sie wartete ein paar Minuten, zog sich die Kapuze über das Gesicht und schlüpfte in das ruhige Lokal. Die Luft im Inneren roch nach teurem Espresso und leiser Jazzmusik. Sie versteckte sich hinter einer großen architektonischen Säule im hinteren Teil des Raumes und ließ ihren Blick durch den schwach beleuchteten Raum schweifen.
Durch das elegante Blattwerk des Cafés entdeckte sie Tom, der an einem Ecktisch saß. Ihm gegenüber saß eine Frau. Die Frau wandte Clara den Rücken zu und zeigte nur eine elegante Silhouette, einen eleganten Designermantel und perfekt frisiertes Haar. Clara konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber sie konnte Tom genau erkennen.
Eine schwere, verwirrende Erkenntnis überkam Clara, als sie ihn beobachtete. Tom sah nicht wie ein Mann aus, der eine glamouröse, aufregende Affäre genießt. Normalerweise sah jemand, der sich heimlich herumtrieb, glücklich oder zumindest normal aus, aber Tom sah ganz und gar unglücklich aus. Seine Schultern waren gekrümmt, und sein Gesicht war von intensiver Sorge, Angst und einer tiefen, erschöpfenden Frustration gezeichnet.
Clara sah in quälender Stille zu, wie die geheimnisvolle Frau eine dicke, professionelle Ledermappe über den kleinen Tisch schob. Tom streckte die Hand aus, seine Bewegungen waren von einer tiefen, rauen Wertschätzung erfüllt, und er legte seine Hand fest auf die Hand der Frau und drückte sie fest. Er schaute sie mit einem Blick verzweifelter, intensiver Dankbarkeit an.