Zwei Monate später brach die Morgensonne wunderschön über den Atlantik und warf einen warmen, goldenen Schein auf die umlaufende Veranda des historischen Küstenhäuschens. Der Rechtsstreit war genau so ausgegangen, wie Tom es vorausgesagt hatte – in dem Moment, als Claras Onkel die unbestreitbaren forensischen Beweise für seinen Betrug vorgelegt wurden, riet ihm sein Anwaltsteam, das Anwesen vollständig aufzugeben, um einen öffentlichen Prozess zu vermeiden.
Clara stand an der Reling, eine dampfende Tasse Kaffee in der Hand, und lauschte dem vertrauten, beruhigenden Rauschen der Wellen, die ans Ufer schlugen. Der schwere, erdrückende Schatten von Trauer und Misstrauen war völlig verschwunden und durch ein überwältigendes Gefühl des Friedens ersetzt worden. Sie schaute sich auf der Veranda um und sah die alte Staffelei ihrer Mutter in der Ecke stehen, die auf frische Farbe wartete.
Tom kam in seinem abgetragenen Lieblingsflanellhemd und mit einem Frühstückstablett durch die doppelte Fliegengittertür. Er stellte es auf dem Holztisch ab und trat hinter sie, schlang seine Arme um ihre Taille und legte sein Kinn auf ihre Schulter.
Clara lehnte sich zurück an seine Brust und schloss die Augen. Früher hatte sie geglaubt, sie sei ganz allein auf der Welt, aber als sie zusammen standen und auf ihr wiederhergestelltes Erbe blickten, erkannte sie die Wahrheit. Tom war durch das Feuer gegangen und hatte sich bereitwillig zum Bösewicht in ihrer Geschichte machen lassen, nur um ihr Herz zu schützen. Egal, welche Stürme die Zukunft auch bringen mochte, Clara wusste mit absoluter Sicherheit, dass Tom immer ihr sicherer Hafen sein würde.