Erst später verstand Leo den Rest. Toby war sprachbehindert geboren worden. Er hatte sich immer mit Gesten, Zeichnungen und sorgfältigen Schriftzeichen ausgedrückt, um das Wesentliche mitzuteilen. Als er sah, wie seine Mutter um Luft rang, hatte er den Zeitungsausschnitt von ihrem Nachttisch genommen, weil er wusste, dass es einer ihrer größten Wünsche war, Leo zu treffen. Der Junge wollte, dass seine Mama glücklich war.
Ein paar Wochen später schritt Soline an Tobys Hand durch die offenen Hallentore der Wache 42. Sie war immer noch dünn und müde, aber sie lächelte. Leo stand neben dem Löschfahrzeug und war für einen Moment sprachlos, als sie sich an genau der Stelle, an der Toby ihn gefunden hatte, gebührend bei ihm bedankte.
Toby schlug sein Notizbuch auf und zeigte Leo eine Zeichnung von einem Feuerwehrauto, einer Frau, einem kleinen Jungen und einem Mann mit einer Narbe am Handgelenk. Darunter hatte er geschrieben: Danke, dass du meine Mama gerettet hast. Leo lächelte und berührte die alte Narbe. Zehn Jahre lang hatte er geglaubt, der Brand in Harren sei mit Rauch und Schmerz zu Ende gegangen. Jetzt wusste er, dass er auch damit geendet hatte, dass Soline noch lebte und Toby neben ihr stand.