Am Montag gab sie die benoteten Bewertungsbögen zurück. Brennans Gesamtpunktzahl in allen fünf Kategorien betrug 52 – die Note D. Sie hatte ihm in jedem Abschnitt Punkte gegeben. Seine schriftliche Argumentation hatte recht gut abgeschnitten. Seine Verteidigung hingegen nicht: Er konnte seine eigenen Belege nicht untermauern, seine eigene Argumentation nicht erklären, ohne auf den Text zurückzugreifen, und das Gegenargument, auf das sein Aufsatz angeblich eingegangen war, nicht klar darlegen. Ihr schriftliches Feedback bestand aus einem einzigen Satz: „Deine schriftliche Argumentation war gut strukturiert, aber du warst nicht in der Lage, deine eigenen Punkte mit eigenen Worten zu erklären.“
Am Montagnachmittag traf eine E-Mail von David Holloway ein: „Dringend – Brennans Abschlussnote für das Projekt.“ Am Dienstagmorgen umfasste der E-Mail-Verlauf bereits fünf Nachrichten und enthielt zum ersten Mal einen offiziellen Anhang – einen getippten Brief auf Briefpapier der Familie Holloway, in dessen zweitem Absatz der Begriff „pädagogisches Fehlverhalten“ verwendet wurde.
Darin wurde eine Überprüfung der Arbeit durch eine dritte Partei sowie ein Treffen mit Schulleiter Harmon gefordert und darauf hingewiesen, dass David Holloway die Angelegenheit bei der nächsten Sitzung des Schulverbesserungsbeirats zur Sprache bringen werde. Frau Nair leitete alles mit einer einzigen Zeile an Harmon weiter: „Ich stehe für ein Treffen zu einem Ihnen passenden Zeitpunkt zur Verfügung.“