„Es ist eine Klage auf Teilung durch Verkauf“, erklärte Elena und drehte den Monitor zu Sarah hin. „Julian hat sie genau in der Woche der Beerdigung deines Onkels eingereicht. Er hat vor einem Richter argumentiert, dass ihr beide das Haus geerbt habt, euch aber nicht darüber einigen konntet, was damit geschehen soll, und forderte eine gerichtliche Zwangsversteigerung, um seinen Anteil auszuzahlen.“
Sarahs Augen füllten sich mit Tränen. „Aber ich habe nie eine einzige gerichtliche Vorladung erhalten! Wie konnte ein Richter darüber entscheiden, ohne dass ich davon wusste?“ Elena zeigte auf die digitalisierten Zustellungsprotokolle. „Weil Julian das Gericht belogen hat. Schau dir die Adresse an, die er für dich angegeben hat. Das ist die Firmenwohnung, in der du vor drei Jahren gewohnt hast.“
Plötzlich fügten sich die Puzzleteile mit einem lauten Knall zusammen. Julian hatte eine echte, verifizierte frühere Adresse angegeben, um die Hintergrundüberprüfungen des Gerichts zu erfüllen, wohl wissend, dass die Einschreiben sie niemals tatsächlich erreichen würden. Als die Post schließlich als unzustellbar zurückgeschickt wurde, war die gesetzliche Frist bereits abgelaufen, sodass Julian hinter ihrem Rücken ein „Versäumnisurteil“ erwirken konnte.