Mit zitternden Händen am Lenkrad wählte Sarah Julians Nummer, während sie vom Strandhaus davonraste. Das Telefon klingelte, bis es direkt auf die Mailbox umschaltete. Sie schlug mit der Hand gegen das Lenkrad und wählte erneut. Klingeln. Klingeln. Mailbox. Sie schickte drei verzweifelte SMS: Julian, ruf mich sofort an. Am Strandhaus sind Leute, die sagen, es sei verkauft. Was ist los?
Stille. Der Bruder, der bei der Beerdigung noch so herzlich und überschwänglich gewesen war, war wie vom Erdboden verschwunden. Er ging nicht auf ihre Anrufe ein, und ihre Nachrichten blieben als „gelesen“ markiert. Als ihr klar wurde, dass sie völlig auf sich allein gestellt war, lastete die Last des Verlusts ihres Rückzugsortes schwer auf ihrer Brust. Verzweifelt hielt sie ihr Auto am Straßenrand an und suchte nach dem besten Anwalt für Immobilienrechtsstreitigkeiten im Landkreis.
Zwei Stunden später saß sie in einem kargen, von Neonlicht erhellten Büro. Ihre Anwältin, eine scharfsinnige Frau namens Elena, tippte wie wild auf ihrem Computer und rief das digitale Gerichtsregister des Bundesstaates auf. Elena hielt plötzlich inne, ihre Augen weiteten sich, als sie auf den Bildschirm starrte.