[Bildunterschrift id=“attachment_58957″ align=“alignnone“ width=“1200″] Bildnachweis: Wikimedia Commons[/Bildunterschrift]
9. Warum erschütterten die Pentagon-Papiere Amerika?
Die Pentagon-Papiere waren eine geheime Regierungsstudie über die Entscheidungsfindung der USA in Vietnam. Als Teile des Berichts 1971 vom politischen Aktivisten Daniel Ellsberg geleakt wurden, enthüllten sie eine lange Geschichte interner Zweifel, Fehleinschätzungen und öffentlicher Verlautbarungen, die nicht immer mit den privaten Einschätzungen übereinstimmten. Für viele Amerikaner bestätigte dies, was sie bereits zu ahnen begonnen hatten.
Bei dem Skandal ging es nicht nur um Dokumente. Es ging um Vertrauen. Die Bürger sahen, dass die Führung einen kostspieligen Krieg fortgesetzt hatte, obwohl sie wusste, dass die Lage weitaus komplizierter war, als die öffentliche Darstellung vermuten ließ. Die Veröffentlichung wurde zu einem Meilenstein in der Beziehung zwischen staatlicher Geheimhaltung, Journalismus und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information.
Deshalb fühlt sich die Geschichte auch heute noch aktuell an. Heutzutage können Whistleblower, durchgesickerte Dateien, verschlüsselte Chats und geheime Dokumente die öffentliche Debatte über Nacht neu gestalten. Die Pentagon-Papiere zeigten, dass der größte Kampf in einer Demokratie vielleicht nicht darum geht, ob Geheimnisse existieren, sondern darum, wann Geheimhaltung zum Schutzschild für Versagen wird.