Am Rand des Gartens befand sich eine der fröhlichsten Ecken des gesamten Gartens. An einem kräftigen Ast eines alten Baumes hing ein weiterer Reifen, doch dieser war weder zu einem Pflanzkübel noch zu einem Möbelstück geworden. Er war zu einer Reifenschaukel geworden. Sie gab zu, dass es nicht das komplizierteste Projekt war, das sie je in Angriff genommen hatte, aber es wurde schnell zu einem der lohnendsten. Wann immer Freunde ihre Kinder oder Enkelkinder zu Besuch mitbrachten, war die Schaukel fast immer innerhalb weniger Minuten besetzt.
Die Erwachsenen lächelten, während alte Erinnerungen wieder hochkamen, während die jüngeren Besucher einfach nur die Fahrt genossen, ohne groß darüber nachzudenken, was der Reifen einst gewesen war. Das ist es, was ihr an der Wiederverwendung alter Materialien am besten gefällt. Irgendwann sehen die Menschen nicht mehr, was ein Gegenstand früher einmal war. Sie nehmen nur noch wahr, was daraus geworden ist. Als unser Rundgang zu Ende ging, deutete sie auf den Rest ihres Gartens und lud uns ein, noch einen letzten Blick darauf zu werfen.
Erst da wurde uns bewusst, wie viele Reifen sich still und leise in die Landschaft eingefügt hatten.