Das Schlafzimmer, das wie eine Höhle schläft
Martas Schlafzimmer liegt tiefer im Inneren der Höhle, wo der Außenlärm kaum hinreicht. Hier gibt es keine Verkehrsgeräusche, kein Hundegebell von der Straße, kein Radio des Nachbarn, das durch ein offenes Fenster dringt. Es gibt nur ein sanftes Schweigen, das selbst die kleinste Bewegung sanft erscheinen lässt. Das Bett steht in einer abgerundeten Steinnische, fast so, als hätte die Höhle selbst dafür Platz geschaffen. Helle Leintücher bedecken die Matratze, eine dicke Steppdecke liegt zusammengefaltet am Ende, und zwei Leselampen werfen warme Lichtkreise auf den Felsen. Über dem Bett wölbt sich die natürliche Decke leicht nach unten und vermittelt das seltsame, aber beruhigende Gefühl, in einer schützenden Hülle zu schlafen.
Anfangs waren Martas Freunde besorgt, dass es sich zu eng anfühlen könnte. Marta sagt, dass sie das nicht verstehen. „Die meisten Schlafzimmer geben vor, friedlich zu sein“, erklärt sie ihnen. „Dieses ist es tatsächlich.“
Sie hält den Raum einfach: ein Schrank, ein Stuhl, ein geflochtener Korb für Decken und ein kleines Regal mit Büchern, die sie liest, wenn das Wetter dramatisch wird. Das einzige auffällige Merkmal ist ein schmaler Fensterschlitz nahe der Decke, der sorgfältig in den Felsen geschnitten wurde, um das erste Licht des Morgens einzufangen. Bei Sonnenaufgang gleitet ein dünner goldener Strahl durch die Wand und landet auf dem Boden neben ihrem Bett. Marta nennt ihn ihren natürlichen Wecker. Sie schläft hier besser als je zuvor.