Die Haushälterin schlich sich jeden Tag in den begehbaren Kleiderschrank. Als die Hausbesitzerin die Aufnahmen der Überwachungskamera sah, brach sie in Tränen aus.

Entschlossen, Klarheit zu schaffen oder einen Dieb zu erwischen, kaufte Sarah eine hochauflösende, bewegungsgesteuerte Nanny-Kamera. Sie war genial als kleines, unscheinbares Smart-Speaker-Gerät getarnt. Am nächsten Morgen, während Elena damit beschäftigt war, den Wohnbereich im Erdgeschoss zu staubsaugen, schlüpfte Sarah in den Kleiderschrank und platzierte die Kamera auf einem der obersten Regale. Der Winkel war perfekt gewählt, um den gesamten mittleren Bereich des Kleiderschranks einzufangen, einschließlich ihres persönlichen Schminktischs am Bett.


An diesem Nachmittag saß Sarah bei der Arbeit an ihrem Schreibtisch und konnte sich überhaupt nicht auf ihre Tabellen konzentrieren. Ihr Blick huschte immer wieder zu ihrem Handy auf dem Schreibtisch, in der Hoffnung zu sehen, ob ihr Verdacht nur Paranoia war. Wie auf Kommando, genau um 14:02 Uhr, vibrierte ihr Handy auf der Holzplatte. Auf ihrem Bildschirm erschien eine Benachrichtigung: „Bewegung im Hauptkleiderschrank erkannt.“ Mit klopfendem Herzen und zitternden Fingern umging Sarah ihre Sicherheitssperre, tippte auf die Benachrichtigung und öffnete den Live-Videostream. Sie hielt den Atem an und wappnete sich.