Jüngere Japaner sind nicht immer mit den traditionellen Toiletten vertraut. In einem Bericht der Japan Times vom April 2025 hieß es, dass etwa jeder vierte Student nicht in der Lage ist, die traditionellen Toiletten zu benutzen. Das stellt das Klischee auf den Kopf.
Auch die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, hat etwas Passendes an sich. Japan ist ein Land, in dem Tradition und Modernisierung oft Seite an Seite liegen. Die alte Hocktoilette steht heute neben den eleganten elektronischen Modellen, die in der ganzen Welt berühmt geworden sind. Moderne japanische Toiletten sind berühmt für Warmwasser-Bidets mit einstellbarem Druck, Sitzheizung und Lufttrockner. Hightech-Modelle bieten automatisch öffnende/schließende Deckel, sensorgesteuerte Spülungen, Geruchsbeseitigung und Musik-/Geräuschmaskierung. Die Bedienelemente, die sich in der Regel an einer Seitenwand oder an der Wand befinden, sind oft mit intuitiven Piktogrammen versehen.
Eine Umfrage aus dem Jahr 2026 ergab, dass von den Personen, die einen Warmwasser-Bidet-Sitz zu Hause haben, 53 % angaben, dass sie die hintere Sprühfunktion fast immer benutzen, und mehr als 83 % sagten, der Warmwasser-Bidet-WC-Sitz sei etwas, auf das Japan stolz sein könne. Das ist ein ganz anderes Bild als der alte Mythos der nach vorne gerichteten Toilette.
Wenn also das nächste Mal jemand fragt: „Warum sitzen Japaner mit dem Gesicht nach vorne auf der Toilette?“, lautet die ehrliche Antwort: Die meisten tun es nicht. Was Außenstehende manchmal für eine seltsame nationale Angewohnheit halten, ist in Wirklichkeit das Erbe einer bestimmten Toilettenform, die schnell durch modernere Formen ersetzt wird. Die Menschen haben sich einfach an die ihnen zur Verfügung stehende Badezimmertechnologie angepasst. Sobald das klar ist, wird das Geheimnis weniger exotisch und viel menschlicher.