Als Leo schließlich an Bord des Flugzeugs ging und die Premium-Kabine erreichte, war die Suite 1A bereits vollständig in Besitz genommen worden. Die Seiden-Reisedecken des Paares waren ausgebreitet, die schwere Trenntür war halb geschlossen, und ihre Drinks vor dem Abflug waren bereits eingeschenkt. Leo klopfte sanft an die metallene Trennwand. „Entschuldigen Sie bitte – ich glaube, hier ist ein kleines Missverständnis entstanden. Das hier ist Suite 1A, und das ist zufällig mein zugewiesener Platz für diesen Flug.“
Der Mann stand sofort auf, streckte die Hand aus und strahlte mit seinem Gesichtsausdruck Herzlichkeit aus. „Ah – hallo, mein Freund! Ich bin Julian, und das ist meine Frau Beatrice. Wir haben uns schon gefragt, ob vielleicht jemand kommen würde. Die Situation ist folgende: Meine Frau leidet unter schwerer, akuter Flugangst, es sei denn, sie befindet sich in einem vollständig abgeschlossenen Raum direkt neben mir. Wir haben die normalen First-Class-Sitze direkt dahinter, die völlig in Ordnung sind, aber da in diese Doppelkabine zwei Personen passen, schien uns das einfach die rücksichtsvollste Lösung für ihre Gesundheit zu sein. Du hast dort hinten genau denselben Beinfreiheit, ehrlich.“
Beatrice blickte mit einem sanften, müden Lächeln auf und berührte sanft ihre Schläfe – die universelle Geste einer verzweifelten Frau, die versucht, tapfer zu sein. Julian zog geschickt einen knackigen Hundert-Dollar-Schein hervor und hielt ihn mit einem warmen, brüderlichen Lächeln hin. „Für deine Mühen, mein Freund. Kein Aufhebens, keine Formulare.“ Leo betrachtete das Geld und erkannte, dass diese beiden Meister der Manipulation waren, die jede Konfrontation aggressiv ausfechten würden. Die Sache zu erzwingen, würde zu einer Pattsituation führen, die den Einsatz des Sicherheitspersonals am Gate erfordern und den Flug für dreihundert unschuldige Menschen verzögern würde. „Ich werde mich nur kurz bei der Besatzung erkundigen“, sagte Leo freundlich und ging davon.