Die Anrufe begannen, bevor Adrian überhaupt wusste, was er sagen sollte. Daniel rief zuerst an, seine Stimme war erschreckend flach. „Sag mir, dass es nicht das ist, wofür ich es halte“, sagte er. Adrian konnte nicht lügen. Bis zum Abend hatte er mit einem Dutzend panischer Investoren gesprochen, und ihm graute vor den restlichen Anrufen, die er noch tätigen musste.
Einige Leute schrien, andere weinten. Ein Kollege fragte, ob Adrian in den Betrug eingeweiht gewesen sei. Ein anderer legte schweigend auf. Herr Chua hörte ruhig zu und bedankte sich einfach bei Adrian, dass er es ihm gesagt hatte, was sich schlimmer anfühlte als zu schreien. Die Mutter von Mei weinte leise im Hintergrund. Adrian entschuldigte sich so lange, bis die Worte jeden Sinn verloren.
Wochenlang herrschte eine schwere Stille in der Wohnung. Mei sprach mit ihm nur über das Nötigste, wie Lebensmittel, Rechnungen und Polizeiberichte. Ihre Ehe zerbrach nicht, sie wurde nur kalt. Adrian schlief nicht mehr und spielte jedes Mittagessen und jedes Gespräch in seinem Kopf nach. Er fragte sich, ob er die Warnsignale ignoriert hatte, weil das Geld gut war, oder weil er sich wichtig fühlte, weil er derjenige war, der den Durchblick hatte.