Mein Mann hatte eine vorgetäuschte Geschäftsreise geplant. Der fünfminütige Anruf, den ich im Resort tätigte, hat alles ruiniert.

Anstatt sie direkt dort am Pool zur Rede zu stellen und eine öffentliche Szene zu verursachen, zog sich Clara still in ihr Hotelzimmer zurück. Die Wut in ihr hatte sich zu purer, waffenartiger Konzentration verdichtet. Sie ging hinunter ins Businesscenter des Resorts, übertrug die digitalen Dateien und ließ von der örtlichen Druckerei hochauflösende Abzüge der belastenden Fotos anfertigen.


Zurück in ihrem Zimmer, als sie die über das Bett ausgebreiteten gedruckten Beweise betrachtete, griff sie zum Telefon und wählte die Nummer ihres Bruders David. Claras Stimme brach leicht, als sie den gesamten Verrat schilderte, doch David unterbrach sie, bevor sie völlig zusammenbrechen konnte.


„Hör mir ganz genau zu“, sagte David, wobei seine Stimme in einen entschlossenen, befehlenden Ton fiel. „Atme tief durch. Schick mir sofort digitale Kopien von jedem einzelnen Foto, das du gerade gemacht hast. Lass dich nicht von ihm sehen und mach keine Szene in der Lobby. Ich werde mich hier um absolut alles kümmern. Konzentriere dich einfach auf deinen Plan.“