Claire sah zu, wie der Rettungsspezialist an zwei Seilen über den Klippenrand hinabglitt. Danach konnte sie fast nichts mehr von ihm sehen. Alles, was sie hatte, waren die Funkmeldungen und der Rettungskoordinator, der ein paar Meter entfernt stand. „Ich steige ab“, meldete eine Stimme. Dann folgte ein weiterer Bericht. „Lose Steine. Ich werde langsamer.“ Claire starrte weiter auf die Stelle, an der der Retter verschwunden war.
Es vergingen einige Minuten. Das Funkgerät knisterte erneut. „Rettungskraft auf Höhe des Verletzten.“ Claire blickte zum Koordinator hinüber. Er hob die Hand und bedeutete ihr, zu warten. Eine weitere Stimme meldete sich: „Verletzter ansprechbar, aber geschwächt. Beinverletzung. Gurtzeug verdreht.“ David stand schweigend neben Claire. Dann hörte sie den Retter selbst: „Zweite Leine befestigt. Beginne, die Fallschirmleinen zu durchtrennen.“ Claire hatte endlich das Gefühl, dass sie ihn erreicht hatten.
Ein plötzliches Rauschen durchdrang den Funk. Jemand rief: „Bewegung! Haltet die Seile fest!“ Claire sah, wie sich das Seilteam am Rand kräftig nach hinten lehnte. „Was ist passiert?“, fragte sie. Der Koordinator lauschte. Eine weitere Nachricht kam durch. „Der Wind hat den Retter und den Verunglückten vom Felsen weggezogen. Beide Sicherheitsleinen halten.“ Claire starrte ihn an. „Die beiden hängen da draußen?“ Er nickte. „Ja. Aber die Seile halten sie.“ Sekunden später ertönte das Funkgerät erneut. „Verunglückter vom Gleitschirm befreit. Retter hat ihn gesichert. Bereit, beide hochzuziehen.“ Claire drückte Davids Hand. Der verletzte Pilot war nicht mehr im Gleitschirm gefangen, aber noch war keiner der beiden Männer in Sicherheit.