Dr. Maren bewegte sich mit leiser Dringlichkeit. Sie überprüfte bei jedem Neugeborenen die Temperatur, das Maul, die Pfoten und den Herzschlag. Sie maß zuerst die beiden hellen Welpen, dann die vier dunkleren. Der Unterschied wurde mit jeder Minute unübersehbarer. „Sie sind alle Neugeborene“, sagte sie. „Aber diese vier sind vielleicht etwas älter. Nicht viel. Vielleicht einen Tag.“
Ava wurde schwindlig. „Luna kann sie also nicht geliefert haben?“ „Das glaube ich nicht.“ Der Tierarzt fragte, wo Luna gefunden worden war, ob es in der Nähe Bauernhöfe gab, ob Ava Kojoten gehört, ungewöhnliche Tiere gesehen oder jemanden in der Nähe des Grundstücks bemerkt hatte. Ava antwortete, so gut sie konnte, aber mit jeder Antwort wurde die Geschichte seltsamer. Zwei Felder weiter gab es Hühner. Füchse kreuzten manchmal den Weg. Eine verlassene Scheune stand in der Nähe des Baches. Eine Woche zuvor hatte Ava gesehen, wie ein Nachbar etwas aus seinem Hühnerstall gejagt und in die Dunkelheit geschrien hatte. Dr. Maren war daraufhin verstummt.
„Was?“ Fragte Ava. „Ich will nicht zu früh raten“, sagte die Tierärztin. Aber die Art, wie sie die Neugeborenen ansah, hatte sich verändert. Ihre Sorge war nicht mehr nur medizinisch. Sie war jetzt schärfer, fast investigativ. Sie ging hinaus, um einen Anruf zu tätigen, und ließ Ava mit Luna und dem Korb allein. Luna richtete sich zitternd auf und humpelte zur Tür. Sie kratzte einmal an der Fliese, dann sah sie wieder zu Ava. Nicht zu den Babys, sondern zu Ava. Als würde sie sie auffordern, ihr zu folgen.