Mann ersteigert Mercedes-Benz für 35.000 Euro – und erfährt Monate später die schmerzliche Wahrheit

Schlimmer noch: Ein unsichtbares Sicherheitssystem blockierte alles. Weil das Auto einen Unfall gehabt hatte, war die Hochspannungs-Verriegelungsschaltung aktiviert worden und hatte den Strom vom Batteriesatz abgeschaltet, um einen Stromschlag zu verhindern. Einige Techniker vermuteten gebrochene Kabel oder zogen sogar in Erwägung, Kunststoffstecker zu schweißen – eine gefährliche Idee, wenn es um Hochspannung geht. Die eigentliche Lösung war jedoch nicht mechanisch, sondern digital.

Mithilfe fortschrittlicher Diagnosesoftware codierte das OGS-Team die gebrauchten Module neu, so dass ihre Software endlich mit dem Rest des Fahrzeugs übereinstimmte. Die Fehlermeldungen begannen zu verschwinden. Der letzte Schritt war das Zurücksetzen der Sperre des Batteriemanagementsystems. Sobald der Computer die Bestätigung erhielt, dass das Auto sicher war, wurde die Hochspannungsbatterie freigegeben, und das Armaturenbrett erwachte zum Leben.

Als der Startknopf gedrückt wurde, war die viermonatige Stille augenblicklich beendet. Der Verbrennungsmotor sprang an, Dampf stieg aus dem Auspuff, und das System zeigte an, dass die Batterie wieder geladen werden konnte. Was beinahe zu Schrott geworden wäre, verwandelte sich wieder in einen wertvollen Luxus-SUV. Für den Besitzer wich die Erleichterung der Verzweiflung. Sein riskantes Auktionsspiel hatte sich gelohnt, aber nur knapp. Die Geschichte ist eine deutliche Warnung: Ohne die richtigen Werkzeuge und fundierte Kenntnisse der Software sind moderne beschädigte Autos keine Schnäppchen, sondern ungelöste Rätsel auf Rädern.