Sie engagierte eine einheimische Taucherin, eine wortkarge Frau namens Catrìona, die sich auf die Vermessung von Unterwasserhöhlen spezialisiert hatte, um eine Kameraausrüstung in das zentrale Becken hinabzubringen. Nadia hatte in sechzig Metern Tiefe eine Felskante ausgemacht, die laut Sonarbild den Rand eines bedeutenden Unterwasserüberhangs zu markieren schien. Etwas an den Sedimentmustern auf dem Seegrund deutete auf regelmäßige Störungen in der Nähe hin.
Catrìona war vierzig Minuten lang unten. Sie tauchte sehr leise auf, reichte Nadia die Kamera und nahm wortlos eine Tasse Tee entgegen. Das Filmmaterial zeigte, wie erwartet, einen Felsvorsprung. Und jenseits der Kante: eine tiefe, unregelmäßige Höhle in der Felswand, weit über dem eigentlichen Seegrund, nach Süden ausgerichtet. Am Eingang der Höhle, sauber ausgewaschen und durch wiederholtes Passieren über viele, viele Jahre hinweg glatt geschliffen, befand sich eine Spur im Schlamm.