Als Robert die Eichenbretter von der Wand ablöste, stellte er fest, dass die mysteriöse Feuchtigkeit das neue Holz bereits vollständig durchdrungen hatte. Entlang der Mörtelfugen hatte sich ein puderartiger weißer Belag gebildet, unter dem sich ein dunkler, kräftiger Fleck abzeichnete.
In dieser Nacht fegte ein heftiges Gewitter über das Tal hinweg und ließ sintflutartige Regengüsse auf den Hof niederprasseln. Robert ging um Mitternacht mit einer Laterne zur Scheune, in der Erwartung, dass Wasser vom Dach herabtropfen würde. Stattdessen war der gesamte Scheunenboden bis auf die Ecke knochentrocken.
Die Kälber waren hellwach und standen regungslos um die feuchte Stelle herum in stockfinsterer Nacht, die Köpfe gesenkt, in völliger, unheimlicher Stille. Da ihm die Warnung des Tierarztes noch frisch im Gedächtnis war, trieb Robert die Tiere in einen gesicherten Wartebereich und brachte eine schwere Halogen-Arbeitsleuchte in den Stall, um endlich herauszufinden, was sich an dieser Wand befand.