Clara starrte ihn an und versuchte, die unmögliche Kluft zwischen einer vermuteten Affäre und ihrer entfremdeten Familie zu überbrücken. „Vanessa? Warum in aller Welt solltest du sie vor mir verstecken?“ „Wegen des Nachlasses deiner Mutter“, erklärte Tom leise, beugte sich vor und legte die Hände geöffnet auf seine Knie.
„Letzten Winter, als du von der Trauer und der lähmenden Depression völlig vereinnahmt warst, hat dein Onkel die Situation ausgenutzt. Mit gefälschten Nachlasspapieren änderte er das Testament Ihrer Mutter und beschlagnahmte das angestammte Küstenhaus und die Grundstücksaufteilung, um es an gewerbliche Bauträger zu verkaufen.“ Tom griff in seine Aktentasche und legte eine Mappe auf den Tisch. „Ich wusste, wenn du dieses Haus verlieren würdest – das einzige Stück deiner Kindheit, das dir geblieben ist – würde dich das völlig umhauen.
Aber ich konnte nicht allein gegen seine Firmenanwälte kämpfen. Vanessa besaß die originalen, unveränderten Treuhandunterlagen aus ihrer Scheidung, die seinen Betrug beweisen konnten. Aber sie hatte Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen deines Onkels. Sie stellte eine nicht verhandelbare Forderung: absolute, totale Geheimhaltung. Zu ihrer eigenen Sicherheit wollte sie nicht einmal riskieren, Ihnen davon zu erzählen. Wenn Ihr Onkel Wind davon bekäme, was wir taten, bevor der Fall fertig war, würde sie die Akten vernichten und verschwinden.“