Chloe stand auf dem nassen Bürgersteig und blickte auf das zitternde Tier hinab, das sein immenses Gewicht so verzweifelt gegen ihre Schienbeine drückte. Tränen stiegen ihr in die Augen, als die Erkenntnis langsam in ihr aufstieg und ihren Schock durchbrach. Sie beugte sich sanft vor, ihre Finger strichen über die Schichten aus getrocknetem Schlamm, um die unverkennbare, kleine, eingekerbt aussehende Narbe hinter dem linken Ohr des Hundes zu ertasten. Es war eine Markierung, die sie tausendmal nachgezeichnet hatte, bevor er vor zwei Jahren aus dem Garten geschlüpft und in der Stadt verschwunden war. „Max?“, brachte sie erstickt hervor, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern.
Die Deutsche Dogge stieß beim Klang ihres Namens ein schrilles, weinerliches Wimmern aus und vergrub ihre massive Schnauze direkt in ihrer Ellenbeuge. Das heftige Zittern ihres hochgewachsenen Körpers hörte nicht auf, doch die pure Verzweiflung in ihren Augen wich reiner Erleichterung. Chloe gelang es, den schmutzigen, erschöpften Riesen auf den Rücksitz ihres Autos zu führen. Sofort drückte er seine Nase gegen die Scheibe und ließ sie nicht aus den Augen, während sie die Türen abschloss und schließlich den Weg nach Hause antrat.