Ihr Onkel hinterließ ihr ein altes Haus in den Bergen – dann fand sie heraus, was es verbarg..

Das Logbuch war eine Meisterklasse der Kürze. Die Einträge waren sachlich und in einer gleichmäßigen, emotionslosen Schrift verfasst. Sie enthielten Daten, Wetterbedingungen und Initialen – meistens M.V. für Mark. Alle paar Tage gab es ein einziges Wort: clear oder checked. Als sie durch die Jahrzehnte zurückblätterte, veränderte sich die Handschrift, wurde verschnörkelter und archaischer.

Diese früheren Einträge mussten von Marks Vater stammen. Sie stammten aus dem Jahr 1947, kurz nach dem Ende des Krieges. Vor allem ein Eintrag ließ ihr den Atem stocken. Er war auf den 14. Oktober datiert und mit schwerer Tinte geschrieben: Zugang gesichert. Es folgten eine Reihe von Koordinaten, die mit den Karten in der Schreibtischschublade übereinstimmten.

Die Querschnittszeichnung ergab jetzt einen erschreckenden Sinn. Der Raum im Inneren des Schranks, den sie zuvor entdeckt hatte, war nicht nur eine Lücke unter dem Haus, sondern ein getarnter Zugang. Die horizontale Linie war kein Fehler in der Skizze, sondern ein absichtliches technisches Projekt. Mark und sein Vater hatten nicht nur in einem Haus gelebt, sie hatten eine Tür bewacht. Clara blickte auf die Dielen und wurde sich plötzlich des Hohlraums darunter bewusst.