Edna Kowalski lebte seit dreiundvierzig Jahren in Primrose Cottage, und in all dieser Zeit war das störendste Ereignis auf ihrem Vorgarten, als der Terrier der Hendersons im Jahr 2009 ihre Tulpenzwiebeln ausgrub. Sie hat sich mit ihnen darüber unterhalten. Dem Terrier war es egal, aber den Hendersons nicht, und das war gut genug. Das Leben im Dorf Ashwell verlief genau in dem Tempo, das Edna bevorzugte – langsam, vorhersehbar und angenehm unauffällig.
Als sie also an einem hellen Dienstagnachmittag vom Bridge-Club zurückkehrte und eine junge Frau in einem bodenlangen Leinenkleid vor ihrer roten Haustür stehen sah, die eine Hand um einen Becher zum Mitnehmen geschlungen und die andere einen Strohhut in einem Winkel neigend, der unangenehm aussah, räusperte sich Edna. Die junge Frau erschrak und hätte beinahe die Tasse fallen lassen. Der Mann, der mit der riesigen Kamera auf dem Weg hockte, drehte sich um und sah schuldbewusst aus. Edna fragte ganz vernünftig: „Was genau machen Sie auf meinem Grundstück?“ Die junge Frau entschuldigte sich in atemloser Eile – sie hätten geklopft, sagte sie, niemand habe geantwortet, sie bräuchten nur noch zehn Minuten, das Häuschen sei so schön, sie hoffe, das sei in Ordnung. Sie hatte sehr große Augen und setzte sie wirkungsvoll ein.
Edna dachte darüber nach. Es war nicht in Ordnung, streng genommen. Aber sie schienen harmlos genug zu sein, und sie war neugierig auf die Kamera und den ganzen Vorgang. Sie sagte ihnen zehn Minuten und meinte es auch so, dann ging sie um sie herum und ließ sich selbst hinein.