Bildnachweis: Wikimedia Commons
2. Welcher Vorfall auf See trug dazu bei, Amerika tiefer in den Krieg hineinzuziehen?
Im August 1964 trugen Berichte über Angriffe auf Schiffe der US-Marine im Golf von Tonkin dazu bei, den Kongress dazu zu bewegen, Präsident Lyndon B. Johnson weitreichende Befugnisse zu erteilen, um das Engagement der USA in Vietnam zu eskalieren. Damals wurde dies als notwendige Reaktion auf eine Aggression dargestellt. Später wuchsen die Zweifel daran, was wirklich geschehen war, insbesondere hinsichtlich des zweiten gemeldeten Angriffs.
[Bildunterschrift id=“attachment_58945″ align=“alignnone“ width=“1200″] Bildnachweis: U.S. Navy National Museum of Naval Aviation/ Wikimedia Commons[/Bildunterschrift]
Die Tonkin-Resolution wurde zu einem Wendepunkt. Sie erklärte zwar nicht offiziell den Krieg, gab dem Präsidenten jedoch Spielraum, mehr Truppen zu entsenden, die Bombardements auszuweiten und die Rolle Amerikas drastisch zu verstärken. Ein undurchsichtiges Ereignis auf See trug dazu bei, den Weg für Jahre des Konflikts zu ebnen.
Es ist die Art von Moment, die sich auch heute noch relevant anfühlt. Wann immer Eilmeldungen von einem Schlachtfeld, einer Grenze oder einem Schiff auf See eintreffen, beeilen sich Regierungen und Medien oft, diese zu erklären. Vietnam zeigt, warum die erste Version der Ereignisse wirkungsvoll, politisch und manchmal gefährlich unvollständig sein kann.