Der neuronale „Highway“ vs. die Abkürzung
Das moderne Gehirn ist sehr gut im Outsourcing geworden. Geburtstage werden in Handys gespeichert. Einkaufslisten werden in Apps gespeichert. Wegbeschreibungen werden von Navigationssystemen laut vorgelesen. Sogar unsere Gedanken werden oft schnell getippt, automatisch korrigiert und irgendwo gespeichert, wo wir vielleicht nie wieder nachsehen. Bequemlichkeit ist natürlich nützlich. Niemand muss so tun, als wäre das Leben besser gewesen, als man sich noch jeden Termin manuell merken musste. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der Erleichterung des Lebens und der Beseitigung zu vieler kleiner Denkaufgaben im Alltag.
Das Gehirn reagiert nicht nur auf „große“ Herausforderungen. Es reagiert auch auf gewöhnliche Reibungen: das richtige Wort wählen, einen Gedanken ordnen, sich an ein Detail erinnern, einen Plan entwerfen oder eine Idee mit etwas bereits Bekanntem verbinden. Das National Institute on Aging sagt, dass geistige Beschäftigung die kognitive Gesundheit fördern kann, insbesondere wenn die Aktivitäten sinnvoll sind oder Lernen beinhalten. Neurologische Bildgebung zeigt, dass wir bei dieser speziellen täglichen Gewohnheit ein komplexes Netzwerk aktivieren, an dem der motorische Kortex, das visuelle System und die Sprachzentren des Gehirns gleichzeitig beteiligt sind. Hier geht es um Neuroplastizität, d. h., wenn wir unser Gehirn zwingen, komplizierte körperliche Bewegungen mit abstrakten Gedanken zu koordinieren, schaffen wir dichtere neuronale Bahnen, die uns helfen, schärfer zu bleiben.
Diese Gewohnheit ist interessant, weil sie nicht dramatisch ist, sich nicht wie eine Übung anfühlt und vielleicht nicht einmal beeindruckend aussieht, während man sie ausführt, aber sie bringt eine Art von Reibung zurück, die die meisten Bildschirme stillschweigend entfernen.
Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren, warum es Ihrem Gehirn schwerer fällt, Informationen zu speichern, die ihm leicht zugänglich sind…