Mit 61 Jahren ist Benita Larsson daran gewöhnt, dass die Leute sich über ihre Lebensweise Gedanken machen. Ihr Zuhause in Stockholm ist ruhig, aufgeräumt und durchdacht, doch ein Detail zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als alles andere: Ihr Bett steht in einem schmalen Schrank neben dem Hauptraum. Auf den ersten Blick wirkt er zu klein, um als Schlafzimmer zu dienen. Und doch klettert Benita jeden Abend hinein und macht es sich gemütlich, als wäre das ganz normal.
Die Schlafecke ist kompakt, wirkt aber keineswegs vernachlässigt. Benita hat sie wie jeden anderen Teil ihrer Wohnung gestaltet. Die Wände sind in warmen, gedeckten Farbtönen gehalten. In der Nähe hängt weiches Leinen, die Bettwäsche ist schlicht, und die hohe Decke sorgt dafür, dass der Raum nicht beengt wirkt. Es gibt weder ein prunkvolles Bettgestell noch freien Platz rund um die Matratze. Alles dient einem einzigen Zweck.
Besucher stellen natürlich dieselbe Frage. Warum sollte jemand, dem Komfort offensichtlich wichtig ist, sich dafür entscheiden, hier zu schlafen? Benita weiß, dass die Einrichtung von außen ungewöhnlich wirkt. Sie weiß aber auch, dass sie vollkommen Sinn ergibt, sobald man den Rest ihrer Wohnung und die Gründe für ihre Entscheidungen versteht. Die Antwort hat weniger damit zu tun, sich in einen winzigen Raum zu quetschen, als vielmehr damit, zu entscheiden, was sie sich eigentlich von einem Zuhause wünscht. Doch bevor wir uns ihre Entscheidung genauer ansehen, wollen wir einmal untersuchen, warum Schlafzimmer in Schränken vielleicht gar nicht so seltsam sind, wie man sich das vorstellen würde …