Fakt 1: Island hat keine ständige Armee
Hier ist eine Tatsache, die die Leute zweimal blinzeln lässt: Island hat keine ständigen Streitkräfte. Das ist höchst ungewöhnlich, vor allem, weil das Land auch Mitglied der NATO ist. Island ist eines der wenigen Länder der Welt, die kein eigenes Militär haben. Es gibt weder eine Armee noch eine Marine oder eine Luftwaffe. Die isländische Küstenwache ist für die Seepatrouille und für Such- und Rettungseinsätze zuständig, und es gibt eine kleine Polizeieinheit zur Terrorismusbekämpfung, die Viking Squad. Für ein Land, das sein Wikingererbe ernst nimmt, ist das vielleicht etwas überraschend. Und doch ist Island seit langem eines der friedlichsten, sichersten und stabilsten Länder der Welt.
Natürlich bedeutet „kein stehendes Heer“ nicht „keine Rolle bei der Sicherheit“ Island leistet nach wie vor einen Beitrag in Form von zivilem Personal, finanzieller Beteiligung, Infrastruktur und Unterstützung der Gastländer. Die NATO hat die Rolle Islands bei der Bereitstellung von Einrichtungen und Unterstützung in Keflavík hervorgehoben, und die isländische Regierung hat die Beiträge zu Bündnisoperationen auch ohne eine traditionelle militärische Einrichtung beschrieben. Im Vergleich zu Ländern, in denen militärische Einrichtungen im öffentlichen Leben sehr präsent sind, hebt sich Island jedoch ab. Es spiegelt eine andere nationale Struktur wider, die durch Geographie, Bündnisse und Geschichte geprägt ist. Auch das hat etwas sehr Isländisches: ein Land, das nicht immer in die Standardkategorie passt, aber dennoch das System auf seine eigene Weise zum Funktionieren bringt.