Der internationale Flug von Heathrow aus hatte wie aus dem Lehrbuch begonnen. Sandra, eine erfahrene Flugbegleiterin mit mehr als zehn Jahren Kabinenerfahrung, bewegte sich mit geübter Effizienz durch den Premium-Bereich. Sie kontrollierte die Schlösser in der Bordküche, überprüfte die Passagierliste und lächelte die vertrauten Gesichter der müden Reisenden freundlich an. Jeder einzelne der 280 Sitze im Flugzeug war besetzt; es war ein völlig überfüllter Flug, mit einer Standby-Liste, die Dutzende von Passagieren am Gate zurückgelassen hatte.
Doch nach drei Stunden Flug, als die Lichter in der Kabine gedimmt wurden, damit die Passagiere sich ausruhen konnten, änderte sich die Atmosphäre auf subtile Weise. Sandra sammelte gerade leere Gläser in der Nähe der mittleren Reihen, als ihr Blick instinktiv auf Reihe 14 fiel. Eine junge Frau in einem übergroßen beigen Pullover saß auf dem mittleren Sitz, ihre Haltung war unglaublich steif und ihr Gesicht leichenblass.
Direkt neben ihr auf dem Gangplatz saß ein Mann, der sich gefährlich nahe an sie heranlehnte und aggressiv durch die Zähne flüsterte. Die Frau sah aus wie jemand, der in einem lebenden Albtraum gefangen war, völlig gelähmt durch den Fremden neben ihr.