Claire starrte auf den Laptop, während die Umrisse endlich Sinn ergaben. Das helle Material war ein zusammengefalteter Gleitschirm, der sich über den Felsen verheddert hatte. Dünne Leinen verliefen zu einem Gurtzeug. Darunter befand sich ein Mann, der auf einem schmalen Felsvorsprung auf halber Höhe der Klippe eingeklemmt war. Ein Bein schien eingeklemmt zu sein. Sein Körper lehnte gegen den Felsen. „Ruf jemanden an“, sagte David. Claire hatte ihr Handy bereits in der Hand.
„Rettungsdienst. Wo befinden Sie sich?“, fragte die Dispatcherin. Claire erzählte von dem Spaziergang, dem Foto und der Klippe. „Wir glauben, dass ein Gleitschirm abgestürzt ist“, sagte sie. „Das Foto wurde vor einigen Stunden aufgenommen.“ David schlug neben ihr eine Karte auf. „Sag ihnen, der Aussichtspunkt liegt nördlich des alten Leuchtturms.“ Claire gab die Details weiter und blieb in der Leitung, bis der Dispatcher mitteilte, dass Rettungskräfte unterwegs seien.
Sie wurden gebeten, zum Eingang des Wanderwegs zurückzukehren, sofern dies gefahrlos möglich sei. Als Claire und David dort ankamen, versammelten sich Rettungsfahrzeuge in der Nähe einer provisorischen Einsatzzentrale. Ein Rettungskoordinator betrachtete ihr Foto und richtete dann sein Fernglas auf die Klippe. „Können Sie ihn sehen?“, fragte Claire. Der Koordinator sprach zunächst in sein Funkgerät. „Möglicher Verunglückter bestätigt. Felsvorsprung in mittlerer Höhe.“ Dann sah er sie an. „Wir haben ihn. Er hat sich bewegt.“ Claire verspürte einen kurzen Anflug von Erleichterung. Der Koordinator wandte sich bereits ab. „Jetzt müssen wir ihn erreichen.“