John und Fiona waren die ruhigen Anforderungen des Landlebens nicht fremd. Ihr Bauernhaus, ein jahrhundertealtes Gebäude aus verwittertem Zedernholz und Stein, lag in einem Tal, in dem der Wind gerne mal heulte und sich niederließ. Fiona war die Pragmatikerin, eine Frau, deren Hände von der Gartenarbeit schwielig geworden waren und deren Geist ein lebendiger Katalog der Jahreszeiten war. John war der stille Anker, ein Mann, der seinen Frieden im gleichmäßigen Rhythmus der Farm fand – dem Knarren der Windmühle, dem Duft des Heus und der Wärme des Holzofens. Zwanzig Jahre lang hatten sie sich ein einfaches, berechenbares und tief in der Erde verwurzeltes Leben aufgebaut.
Der bevorstehende Sturm versprach jedoch alles andere als vorhersehbar zu sein. Das Radio hatte seit achtundvierzig Stunden Warnungen ausgestrahlt: Ein „historischer“ arktischer Sturm fegte von Norden heran und brachte die Art von Kälte mit sich, die Rohre innerhalb von Minuten einfrieren konnte. Als die ersten Graupelschauer gegen die Fensterscheiben klirrten, überprüfte Fiona die Schlösser der Speisekammer, während John seine schweren Stiefel schnürte. Trotz des prasselnden Feuers im Kamin war John mit seinen Gedanken bereits in der Dunkelheit. Er schaute auf das Thermometer, das vor dem Küchenfenster sank, und spürte einen vertrauten Zug der Pflicht. Für John konnte das Haus warten; seine erste Priorität waren immer die lebenden Dinge, die nicht um Hilfe bitten konnten. Er griff nach seinem schweren Mantel, denn er wusste, dass er nicht eher ruhen konnte, bis alle Tiere in der Scheune eingesperrt und versorgt waren.