Eleanor rückte ihren Anzug vor dem Spiegel zurecht, ihre Augen wirkten müde. Sie warf einen Blick auf die Uhrzeit auf ihrem Handy und seufzte. Ihre Präsentation am Vormittag in der Kanzlei stand in zwei Stunden an, doch ihr Sohn Leo weinte immer noch in seinem Hochstuhl. Hinter ihr stand Sarah, die ihren Mantel bereits angezogen hatte. „Es tut mir leid, Eleanor, aber heute ist mein letzter Tag“, sagte Sarah leise und blickte auf den Küchenboden. Eleanor erstarrte vor Unglauben. „Sarah, bitte, was ist passiert? Habe ich etwas falsch gemacht?“ Sarah schüttelte nur den Kopf, reichte ihr die Hausschlüssel und ging wortlos zur Haustür hinaus.
Julian betrat die Küche, seine Haltung war gelassen und ruhig. Er schenkte sich eine Tasse Kaffee ein und legte einen warmen Arm um Eleanors Schultern. „Hey, atme tief durch“, flüsterte er und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Schläfe. „Du musst dir keine Vorwürfe machen, Schatz. Das ist einfach zu viel für jeden.“ Eleanor vergrub ihr Gesicht in den Händen, ihre Stimme zitterte. „Ich verstehe das nicht, Julian. Das ist schon die dritte Nanny in diesem Jahr. Ist es wirklich so schwer, für mich zu arbeiten?“
Julian streichelte ihr den Rücken mit sanften, langsamen Kreisen. „Manche Mütter strahlen einfach eine angespannte Energie aus, wenn sie versuchen, zu viele Dinge unter einen Hut zu bringen“, sagte er mit einem zärtlichen Lächeln. „Du versuchst, gleichzeitig eine Top-Führungskraft und eine perfekte Mutter zu sein. Die Leute spüren diesen Druck, El.“ Eleanor blickte zu ihrem weinenden Sohn und spürte einen tiefen, vertrauten Schmerz in der Brust. Vielleicht hatte Julian recht. Sie verlangte sich zu viel ab, und ihre Familie zahlte den Preis dafür …