Der Hund wird zur Euthanasie gebracht – Minuten später passiert etwas Unerwartetes..

Das Wartespiel

Dr. Aris legte die Zecke in ein Fläschchen und wandte seine volle Aufmerksamkeit wieder Max zu. „Das Unglaubliche an der Zeckenlähmung ist, dass sie fast vollständig rückgängig gemacht werden kann“, sagte er, doch sein Gesicht blieb verschlossen. „Sobald die Quelle des Giftes entfernt ist, beginnt der Körper, es auszuscheiden. Aber Max ist alt, und er ist schon seit langem gelähmt. Sein System ist geschwächt. Wir müssen ihn stabilisieren und sehen, ob seine Nerven wieder erwachen können.“

Er widerrief die Euthanasie-Anordnung und verabreichte Max sofort eine Infusion mit Flüssigkeit und hochdosierten Antioxidantien. Die „Comfort Suite“ verwandelte sich von einem Ort des Todes in eine behelfsmäßige Intensivstation. Sarah weigerte sich, von seiner Seite zu weichen. Sie rollte sich auf dem Teppich neben ihm zusammen, den Kopf auf den Arm gestützt, und beobachtete den langsamen Tropf des Infusionsbeutels. Der Tierarzt hatte sie gewarnt, dass die nächsten Stunden kritisch seien. Wenn die Lähmung sein Zwerchfell erreicht hatte, könnte er immer noch aufhören zu atmen.

Die Stunden vergingen wie im Fluge mit tickenden Uhren und dem leisen Surren des Belüftungssystems der Klinik. Draußen ging die Sonne langsam unter und warf lange, orangefarbene Schatten in den Raum. Sarah sprach mit Max, erzählte ihm von den Spaziergängen, die sie unternehmen würden, und von den Steaks, die sie ihm kaufen würde, wenn er nur die Augen öffnete. Aber Max blieb schlaff, seine Atmung war immer noch flach und rhythmisch. Der anfängliche Hoffnungsschimmer verwandelte sich in eine neue Qual: die Qual des Wartens.