Die Musik schwoll an. Emma machte ihren ersten Schritt den Gang hinunter – und Rex riss sich los. Die Leine glitt Lucy aus den Händen, als der deutsche Schäferhund sich auf sie stürzte, die Krallen kratzten am Holz, das Bellen war scharf und eindringlich und durchschnitt das Lächeln und leise Keuchen der Menge.
Er stürzte sich nicht auf sie. Er wich aus, prallte gegen einen Tisch in der Ecke und drehte sich dann zurück. Bevor sich irgendjemand rühren konnte, packte Rex den Saum von Emmas Kleid und zog kräftig daran, zerrte am Stoff und zwang sie nach hinten, während die Seide unter seinen Zähnen zerriss.
Die Musik geriet ins Stocken. Die Gäste flüsterten. Emma spürte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg, als sie den zerrissenen Stoff umklammerte, die Demütigung übertönte ihren Instinkt. Ausgerechnet heute. Ausgerechnet jetzt. Ihr Hund – ihr Partner – hatte ihre Hochzeit ruiniert, und sie hatte keine Ahnung, warum.