Als Lucy zum ersten Mal hörte, wie Emma mit jemandem sprach, dachte sie, es sei ein Spiel. Stimmen klangen seltsam in dem alten Haus. Doch als sie zur Tür hereinkam, verstummte Emma abrupt. Das kleine Mädchen starrte auf die leere Ecke neben ihrem Bett, als wäre sie überrascht, dass sie leer war.
„Mit wem hast du gesprochen?“ Fragte Lucy leise. Emmas Finger krampften sich um ihr Plüschkaninchen. „Oh … niemand“, sagte sie, das Wort zu vorsichtig gedehnt. Lucy erkannte die verräterischen Zeichen sofort – das starre Lächeln, der Blick, der ihr entglitt, der zu lange angehaltene Atem. Ihre Tochter hatte gelogen.
Später, als sie im Flur Kisten stapelte, hallte das Echo dieses „Niemand“ noch nach. Lucy redete sich ein, dass das nichts ausmachte – Kinder erfanden Freunde, erfanden Unterhaltungen, besonders nach Umzügen. Dennoch blieb das Bild von Emmas Augen, die auf die kahle Wand gerichtet waren, wie ein Fleck, den sie nicht ganz wegwischen konnte.