Sie machte sich darauf gefasst, die Wahrheit zu erfahren. Eine andere Frau, ein anderes Leben, Erklärungen, die wehtun würden. Sie probte ihre Reaktionen vor dem Spiegel. „Du wirst es überleben“, flüsterte sie. Die Vorstellung des Verrats bereitete sie auf seltsame Weise vor. Es dämpfte ihre Angst und ließ den Schmerz vorhersehbar, fast erträglich erscheinen, etwas, das sie ertragen konnte, ohne ihre Würde völlig zu verlieren.
Eine Woche später bat Brett endlich darum, sie zu sehen. „Bitte“, sagte er leise. Sie trafen sich in einem Café. Diesmal legte er ihr medizinische Berichte auf den Tisch. Sie runzelte die Stirn, aber ihr Magen zog sich zusammen, als sie die Überschriften, die unbekannten Begriffe und die Daten überflog, die sein Schweigen plötzlich und ohne Vorwarnung völlig schmerzhaft und eindringlich veränderten.