Wie durch ein Wunder hatte ihr Instinkt recht. Als ihre Scheinwerfer die Dunkelheit des Industriegebiets durchdrangen, erblickte sie eine vertraute, hoch aufragende Silhouette, die direkt am Eingang der Gasse mit den verlassenen Lagerhallen stand. Max wartete. In dem Moment, als ihr Auto vorfuhr, sprang die riesige Deutsche Dogge nach vorne und umkreiste wie wild die vordere Stoßstange im leuchtenden Schein ihrer Scheinwerfer.
Chloe schaltete den Wagen ruckartig in den Parkmodus, riss die Tür auf und stürzte hinaus in den eisigen Regen, um ihn ins Auto zu führen. Doch Max hatte andere Pläne. Bevor sie sein Halsband ergreifen konnte, stürzte er sich nach vorne und versenkte seine Kiefer fest in dem schweren Denim ihrer Jeans.
Chloe schnappte nach Luft, ein Anflug von Angst durchzuckte ihre Brust, als sie dachte, er würde sie angreifen. Doch er biss nicht so fest zu, dass er die Haut durchbohrte. Er lehnte sich zurück, zog mit immenser, verzweifelter Kraft und versuchte, sie in die Dunkelheit zu zerren. Als Chloe begriff, dass er sie anflehte, ihm zu folgen, hörte sie auf, sich zu wehren, und Max ließ sofort von ihr ab und sprintete tiefer in die Gasse hinein.