Marcus hielt seinen zivilen PKW am Straßenrand des schummrig beleuchteten Küstenmotels an, während der Meeresnebel dicht über den Asphalt kroch. Er warf noch einen Blick auf den Bildschirm seines Handys, auf dem das verschlüsselte Signal direkt aus Zimmer 114 angezeigt wurde. „Halte noch ein bisschen durch, Dan“, murmelte Marcus vor sich hin und schritt leise über den knarrenden Holzsteg zur Hintertür.
Mit geübter, geräuschloser Präzision knackte er das Schloss auf und schlüpfte hinein, wobei seine Hand vorsichtig auf seiner im Holster steckenden Dienstwaffe ruhte. Der Raum war eiskalt und völlig leer, ohne Gepäck oder Kleidung. In der Mitte der fleckigen Matratze stand ein kleiner batteriebetriebener Kassettenrekorder, dessen rote Standby-Leuchte wie ein Puls in der Dunkelheit blinkte.
Marcus beugte sich vor und drückte auf „Play“. Daniels raue Stimme hallte aus dem Lautsprecher: „Ich weiß, dass du mir folgst. Aber ich habe die Beweise.“ Marcus starrte auf den laufenden Kassettenrekorder, sein Kiefer spannte sich vor Frustration an. Ihm wurde klar, dass Daniel damit gerechnet hatte, verfolgt zu werden, und absichtlich eine Falschspur gelegt hatte. Marcus war nun mit seinem Latein am Ende, aber er hatte das Gefühl, dass er noch auf einen letzten Ausweg zählen konnte.