Ihr Onkel hinterließ ihr ein altes Haus in den Bergen – dann fand sie heraus, was es verbarg..

Am dritten Tag erschien Ida an der Tür mit einer Dose Kekse und einem ängstlichen Blick. Sie trat nicht ein. Stattdessen ergriff sie Claras Ärmel, ihre Knöchel waren weiß. „Mark war ein Mann, der zu seinem Wort stand“, flüsterte sie und ließ ihren Blick in den dunklen Flur schweifen. „Aber er hatte schwere Arbeit auf seinen Schultern. Schließt die Messingriegel ab, wie er es immer tat. Der Berg hat sein eigenes Lied, und wir alle müssen uns daran halten, nicht wahr?“

Beinahe hätte Clara gefragt: „Was für eine Arbeit?“, aber Ida war schon davon geschlurft. Clara lachte es als lokalen Aberglauben ab, bis zu dieser Nacht. Um 2:14 Uhr vibrierte ein Geräusch durch die Matratze – ein langsames, metallisches Klack-Klack, Klack-Klack. Es war das Geräusch von etwas Schwerem, das über Eisen gleitet. Es kam direkt von unter ihrem Bett. Sie lag wie gelähmt da, als die Dielen unter dem Druck von etwas Massivem ächzten, das sich in der Erde darunter bewegte.

Sie griff nach ihrer Taschenlampe, ihr Herz hämmerte. Als sie mit dem Licht über den Boden strich, sah sie, wie ein einzelner, schwerer Messingriegel an der Tür zum Vorraum langsam und lautlos zurückgeschoben wurde. Es war niemand auf der Veranda. Das Schloss wurde von der Innenseite der Wand aus gedreht. Sie traute ihren Augen nicht, und doch hatte sie keine praktische Erklärung dafür. Als das Geräusch endlich verstummte, kroch Clara müde in ihr Bett zurück, und in ihrem Kopf schwirrten dunkle Gedanken und Fragen.