Ihr Onkel hinterließ ihr ein altes Haus in den Bergen – dann fand sie heraus, was es verbarg..

Endlich fügten sich die Teile von Marks Leben zu einem Ganzen zusammen. Ihr Onkel war weder ein Verbrecher noch ein Gefängniswärter gewesen, sondern der Verwalter eines „lebenden“ Denkmals. Während der Kriegsjahre hatte ihre Familie Flüchtlinge durch den Bauch des Gipfels geschleust und sie in den Räumen darüber und in den Tunneln darunter versteckt.

Clara erkannte, dass die Geräusche, die sie gehört hatte, keine Geister gewesen waren. Das schwere Klacken war einfach ein altes Luftstromsystem, das Marks Vater gebaut hatte – eine Reihe von Gewichten und Rollen, die die Lüftungsschlitze automatisch öffneten, wenn sich die Bergluft bewegte. Selbst die beweglichen Türriegel hatten einen logischen Zweck. Das Haus war so konstruiert, dass es mit dem Berg „atmete“; wenn der Tunnel unter ihm überflutet wurde oder sich die Erde bewegte, öffneten sich die Schlösser automatisch, um sicherzustellen, dass niemand im Haus eingeschlossen war.

Im Logbuch fand sie einen zweiten Schlüssel, der laut Beschreibung zu einem Seitentor in Idas Garten passte. Ida hatte das Haus nicht heimgesucht, sie war die „Ersatz“-Wächterin gewesen. Sie war über einen separaten Außenschacht in den Kriechkeller gekommen, um die Schienen zu ölen und den Wasserstand zu überprüfen. Die „Augen“ des Berges waren einfach die Augen eines Freundes, der einen sechzig Jahre alten Pakt einhielt.