Die Quelle des furchterregenden Geräusches befand sich nun endlich direkt vor ihnen, und der Anblick ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren. Sie standen am Ende des zentralen Flurs und blickten auf eine schwer gepanzerte, massive Stahl-Tresortür, die aussah, als gehöre sie in eine Atomanlage. Die Tür war dabei, nachzugeben.
Die dicke Stahlverkleidung wölbte sich heftig nach außen in den Flur hinein, ihre massiven Eisennieten waren bis an ihre absolute Belastungsgrenze gespannt. Ein unsichtbares, rasantes Zischen von überhitzter, chemisch aufgeladener Luft drang mit voller Wucht durch die nachgebenden Gummidichtungen rund um den Rahmen. Die gesamte Stahlkonstruktion verschob sich, ächzte und knackte unter dem Druck von Tausenden von Pfund. „Wir müssen hier verdammt noch mal raus“, flüsterte Jannik und packte Lukas am Arm, als der schwere Metallrahmen erneut ein scharfes Knacken von sich gab. „Diese Tür ist eine tickende Zeitbombe.“
Lukas zögerte und starrte auf das dicke, mit Spinnweben übersäte Glas-Sichtfenster in der Mitte der Tür. „Wir sind doch schon hier. Schauen wir doch einfach mal rein, um zu sehen, was das verursacht, bevor wir weglaufen. Falls es ein größeres Gasleck gibt, müssen wir wissen, was wir den Behörden melden sollen.“ Sie standen in dem heißen, schwülen Flur und stritten heftig darüber, ob sie fliehen oder kurz einen Blick hineinwerfen sollten.