Der eisige arktische Wind heulte um sie herum, während das Tierärzteteam mit vorsichtigen, präzisen Bewegungen in der stillen Tundra arbeitete. Nastya richtete den Lichtstrahl der Taschenlampe direkt auf das offene Maul des Bären; ihre Hände waren steif und vor Kälte taub. Sie beobachtete aufmerksam, wie der Arzt die scharfen Kanten des verrosteten Metalldeckels sorgfältig untersuchte.
Der Tierarzt führte die dünnen Spitzen der Schere vorsichtig zwischen die Blechwand und das geschwollene, blutige Gewebe ein. Er drückte die Metallgriffe fest zusammen und schnitt langsam Millimeter für Millimeter durch die dicke Blechwand. Mit einem scharfen metallischen Knacken gab die Kondensmilchdose nach, glitt von ihrer Zunge und fiel in den Schnee.
„Untersuchen Sie sofort das Muskelgewebe!“, drängte der Tierarztassistent und beugte sich mit sauberer medizinischer Gaze vor, um das Blut abzuwischen. Der Arzt untersuchte die tiefen Schnittwunden und prüfte unter der Lampe, ob bleibende Nervenschäden vorlagen. „Die tiefer liegenden Zungenmuskeln sind völlig intakt“, verkündete er mit einem erleichterten Lächeln. „Sie wird sich vollständig erholen.“