Das mechanische Paket machte den Jensen FF nur noch faszinierender. Unter der langen, leicht verlängerten Motorhaube saß ein mächtiger 6,3-Liter-V8-Motor von Chrysler, auch bekannt als 383-Kubikzoll-Motor, der rund 330 PS leistete. Er war mit einem Torqueflite-Dreigang-Automatikgetriebe gekoppelt und verlieh dem Auto die Art von müheloser Kraft, die perfekt zu einem Grand Tourer passte. Es handelte sich nicht um eine zarte Versuchsmaschine. Der FF kombinierte brachiale amerikanische V8-Kraft mit fortschrittlicher Traktions- und Bremstechnologie in einer Weise, wie es nur wenige Konkurrenten auch nur versuchen konnten. Die Motorhaube selbst musste mit doppelten Entlüftungsöffnungen und einer auffälligen Ausbuchtung modifiziert werden, um die zusätzliche Hardware unterzubringen, die mit dem Allradantrieb einherging und den Wagen auf subtile Weise vom Interceptor unterschied.
Diese ehrgeizige Technik verhalf dem FF zu seiner Zeit zu großem Lob und brachte ihm 1967 sogar den Titel „Auto des Jahres“ ein. Doch die Brillanz machte ihn nicht alltäglich. Das Problem war der Preis. Ein Jensen FF kostete rund fünfzig Prozent mehr als ein Standard-Interceptor, was ihn sofort in eine winzige Nische drängte. Die Käufer liebten Innovationen, aber sie hatten auch Grenzen, und der FF war teuer. Zwischen 1966 und 1971 wurden insgesamt nur 320 Stück gebaut. Davon gehörten nur 195 zur ersten Generation der MkI-Serie. Mit anderen Worten: Dies war kein Auto, über das man zufällig stolperte, selbst als es noch neu war. Jahrzehnte später ist es sogar noch bemerkenswerter, einen zu finden.
Bei dem neu entdeckten Wagen handelt es sich um Chassis 119/103, lackiert in dem dezenten Farbton Mist Grey. Er wurde am 30. Januar 1969 von Herrn St. Pickard über einen örtlichen Jensen-Händler neu bestellt. Er soll 5.600 Pfund dafür bezahlt haben, eine enorme Summe zu jener Zeit und der Gegenwert von weit über 113.000 Pfund heute. Um das Geschäft abzuschließen, tauschte er seinen 1962er Mercedes-Benz 220SE ein. Dieses Detail allein sagt schon viel über die Art von Kunden aus, die Jensen anzog. Es handelte sich nicht um einen Spontankauf. Es war ein bewusster Kauf von jemandem, der etwas Besonderes, Modernes, Leistungsstarkes und Fähiges wollte, wie es gewöhnliche GT-Autos einfach nicht waren.