Da der Hauptraum so klein ist, muss Maya jeden Besitz wie eine Entscheidung behandeln. Eine Tasche, die auf dem Boden liegt, kann ihr den Weg versperren. Eine an der falschen Stelle platzierte Jacke kann das Zimmer unordentlich wirken lassen. Eine Kiste, die sie nicht braucht, kann eine ganze Ecke einnehmen. In einer größeren Wohnung könnte Unordnung lästig sein. In Mayas Wohnung wird die Unordnung zu einem physischen Hindernis.
Die Straße draußen ist eine weitere Herausforderung. Ihr Gebäude steht an einer viel befahrenen Hauptstraße, und ständig dringt Lärm in den Raum. Autos fahren vorbei, Motorroller brummen, Bremsen quietschen, und Stimmen dringen von draußen herein. In ihren ersten Nächten dort fragte sich Maya, ob sie jemals richtig schlafen würde. Sie war an den Lärm der Stadt gewöhnt, aber das hier war anders. Die Straße fühlte sich nah genug an, um Teil der Wohnung zu sein.
Aber schließlich gewöhnte sie sich daran. Ihr Gehirn lernte, welche Geräusche zu ignorieren waren und welche noch Aufmerksamkeit verdienten. Jetzt kann sie lernen, während draußen der Verkehr rollt, obwohl ein plötzliches Hupen sie immer noch ablenken kann. Es gibt Tage, an denen sie zu schnell aufsteht, gegen etwas stößt und sich daran erinnert, dass das Leben auf engstem Raum nicht nur reizvoll ist, sondern auch jeden Tag Geduld erfordert.