Warum Gedächtnisprobleme nach 55 Jahren zu „beginnen“ scheinen

Schlaf, Stress, Stimmung und Menopause können das Gedächtnis verschlechtern

Ein weiterer Grund, warum Gedächtnisprobleme oft in diesem Alter auftreten, ist, dass die 50er und frühen 60er Jahre voller Bedingungen sind, die das Denken vorübergehend trüben. Schlaf ist ein wichtiger Faktor. Schlaflosigkeit ist bei älteren Erwachsenen weit verbreitet, vor allem nach 60, und schlechter Schlaf kann Gedächtnis, Stimmung und Konzentration verschlechtern. Gleichzeitig bringt dieser Lebensabschnitt oft Stress bei der Pflege, Trauer, Arbeitsdruck, Angst oder Depressionen mit sich – alles Faktoren, die die Aufmerksamkeit und das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen können. Das Gedächtnis funktioniert nicht gut, wenn die Aufmerksamkeit bereits überlastet ist. Was sich manchmal anfühlt wie „ich kann mich nicht erinnern“, ist in Wirklichkeit „mein Gehirn ist seit Monaten müde, gestresst und unausgeruht“

Für viele Frauen kommen die Perimenopause und die Menopause noch hinzu. Aus Forschungsberichten geht hervor, dass „Hirnnebel“ und Gedächtnisbeschwerden in den Wechseljahren häufig auftreten, wobei sich vor allem das verbale Lernen, die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis verändern. Wissenschaftler glauben, dass hormonelle Veränderungen, insbesondere der Rückgang des Östrogens, eine Rolle spielen, aber auch Schlafstörungen, Hitzewallungen, Angstzustände und Stimmungsschwankungen scheinen eine Rolle zu spielen.

Mit anderen Worten: Das Gedächtnis kann sich nach dem 55. Lebensjahr verschlechtern, und zwar nicht, weil ein irreversibler Prozess eingesetzt hat, sondern weil mehrere behandelbare oder kontrollierbare Belastungen gleichzeitig auftreten. Deshalb schauen Ärzte oft nicht nur auf das Gehirn selbst, wenn jemand in der Lebensmitte oder später über Vergesslichkeit klagt: Schlafmangel, Depressionen, Stress und menopausenbedingte Symptome können Gedächtnisprobleme imitieren oder verstärken.

Als nächstes wollen wir uns einige Dinge ansehen, die sich als „Gedächtnisprobleme“ tarnen können